AOR AR8200 Mk3 vs. ICOM R20

Autor: Maik Hermenau

Die derzeit beiden besten Handfunkscanner in Sachen Funktion und Ausstattung, sind einmal der AR8200 Mk3 von AOR und der R20 von ICOM. Trotz beide Geräte schon mehrer Jahre alt sind, gehören sie unwiderruflich zur High-End-Klasse unter den Handfunkscannern.

Der AR8200 von AOR erschien erstmals im Jahr 1998 als Mk1 Version in der graugrünen Gehäusefarbe. Im Jahr 2000 nur 2 Jahre später kam die überarbeitete Mk2 Version auf dem Markt. Die Veränderung waren das es jetzt eine Zehn-Tasten-Tastatur gab, die Gehäusefarbe in schwarz geändert wurde, ein TCXO (Temperature Controlled Crystal Oscillator) verbaut ist, das S-Meter und der Squelch Level modifiziert war und das Design des Batteriefachs und des Deckels verändert wurde. Weitere 2 Jahre später in 2002 erschien dann die Mk3 Version. Die Veränderung bestand hier hauptsächlich darin das der Frequenzbereich bis auf 3000 MHz erweitert wurde. Zusätzlich wurde jetzt auch noch bei aktvierter AUTO LAMP Einstellung, die Tastaturbeleuchtung bei Aktivität auf einer Frequenz (Öffnung der Rauschsperre) für einen Moment eingeschaltet. Dies verbessert bei einem Scann die Sicht auf die derzeitige Frequenz der gehörten Übertragung bei Dunkelheit erheblich.

ICOM brachte den R20 erstmals im Mai 2004 auf dem Markt. Bisher gab es keine erweiterten Versionen.

Seit 2013 vermarktet man eine überarbeitete Version des AR8200 Mk3 die man als AR8200D bezeichnet. Als Erneuerungen beherrscht der AR8200D jetzt zusätzlich die Modulationsart APCO 25. Weiter besitzt er einen eingebauten Sprach-Inverter, hat einen CTCSS Dekoder und kann Audioaufzeichnungen auf eine wechselbare Mirco-SD Karte speichern.

Da ich sowohl einen AOR 8200 Mk3 und einen ICOM R20 besitze, kenne ich durch den häufigen Umgang auch die Stärken und Schwächen beider Handfunkscanner. In der folgenden Übersicht habe ich einmal die positiven und negativen Eigenschaften verschiedener Funktionen nach meinen Empfinden verglichen.

AOR AR8200 Mk3

ICOM R20

In vielen Frequenzbereichen ist eine bessere Empfangsempfindlichkeit gegen über dem R20 vorhanden. Besitzt eine schlechtere Empfangsempfindlichkeit im Vergleich zum AR8200 Mk3.
Im 4-m und 2-m Band sehr anfällig für Rundfunk-Interferenzen. Abhilfe bietet hier ein UKW Bandpass- oder Sperrfilter zwischen Antennen und Empfänger. Mangelhafte Großsignalfestigkeit. Bei starken Sendern treten immer wieder unschöne Spiegelfrequenzen auf.
Zwischen 275-295 MHz ist eine Unempfindlichkeit (fast Taubheit) mit einer Spitze hoch bis auf 5 µV.
Alle Modulationsarten über dem gesamten Frequenzbereich sind verfügbar und frei wählbar. Die Modulationsarten USB, LSB und CW sind nicht über dem gesamten Frequenzbereich (nur bis 470 MHz) verfügbar. Die Filterbandbreite ist außerdem mit nur 1,8 kHz zu schmal.
Kein Dualband-Empfang trotz zwei VFO's. Echter Dualband-Empfang, aber mit Einschränkungen.
Zusätzliche Modulationsarten: SFM (9 kHz), NAM (3 kHz) und AM (9 kHz). Nur die allgemein üblichen Modulationsarten vorhanden.
Langsame Scan- und Suchgeschwindigkeit von bis zu 37 Schritte pro Sekunde. Schnelle Scan- und Suchgeschwindigkeit von bis zu 100 Schritte pro Sekunde.
Analoge Rauschsperre über Drehregler. Digitale Rauschsperre (Open; Auto ; Level 1- 9)
Dial-Drehregler nur als seitliches Rad. Mit altbewerten Dial-Drehregler auf der Oberseite. Beim Dualband-Empfang sind sogar zwei verfügbar.
Ausetzer/Verzögerung beim manuellen weiterdrehen im Frequenzbereich. Bei allen Rasterschrittgrößen in den FM und AM Modulationsarten. Ein fortlaufender Empfang ohne Ausetzer/Verzögerung beim manuellen weiterdrehen im Frequenzbereich.
Display Licht-Einschalt-Automatik bei Aktivität (Öffnung der Rauschsperre) auf einer Frequenz. Display Licht wird nur bei Betätigung von Tasten eingeschaltet.
Alphanumerische Beschriftung der Speicherplätze mit bis zu 12 Stellen möglich. Alphanumerische Beschriftung der Speicherplätze nur bis 8 Stellen möglich.
Digitalrecorder nur als optionale Slot Card mit einer Gesamtaufzeichnungsdauer von max. 20 Sekunden. Eingebauter Digitalrecorder mit einer Gesamtaufzeichnungsdauer von max. 260 Minuten.
Panorama- (Scope) Funktion mit einer Darstellungsbreite bis zu 10 MHz. Panorama- (Bandscope) Funktion mit einer Darstellungsbreite von nur 1,4 MHz.
AFC Funktion bei allen FM (außer WFM) und AM Modulationsarten verfügbar. Die gezogene Frequenz ist direkt ablesbar.
Ziehbar bis max. ±25 kHz.
AFC Funktion nur bei FM und WFM wählbar. Beim ziehen der Frequenz wird nur die Richtung durch einen Pfeil angezeigt.
Ziehbar bei FM nur ungenügende max. ±3 kHz.
Diskriminator-Ausgang serienmäßig vorhanden. Kein Diskriminator-Ausgang verfügbar.
Die PC-Schnittstelle ist nur über ein teures Interfacekabel mit veralteten seriellen RS-232 nutzbar. Die PC-Schnittstelle ist über ein handeslübliches USB-Kabel (Stecker Typ Mini-B) nutzbar.
Kostenlose Software des Herstellers zum editieren der Speicher und für die Steuerung des Empfängers über einen PC. Software des Herstellers zum editieren der Speicher ist nur optional zum kaufen. Über die USB-Kabel-Verbindung ist nur das editieren möglich. Die Steuerung des Empfängers über einen PC, geht nur mit einem speziellen Interfacekabel was über dem Kopfhörerausgang arbeitet. Dabei wird der R20 dann stumm geschaltet.
Hoher Stromverbrauch im Akku-Betrieb.
190 mA (normal) / 145 mA (Stand-by)
Nur max. 4-5 Stunden mit den original 1700 mAh Akkus bei normalen Betrieb.
150 mA (normal) / 100 mA (Stand-by)
Lithium-Ionen Spezial-Akku 1650 mAh mit sehr langer Laufzeit von 9-11 Stunden bei normalen Betrieb.
Fazit: 10 x PLUS 8 x MINUS

Fazit: 8 x PLUS 11 x MINUS

Der AR8200 liegt wenn man die Plus-Punkte zusammen zählt vorn. Trotzdem aber kann man keinen von beiden als richtigen Sieger küren, da jeder Besitzer es sicher auch ein wenig anders beurteilt. Schön wäre es wenn alle Stärken in einem Gerät vereint wären, aber eine Eier legende Wollmilchsau ist eben leider scheinbar doch nicht möglich.

letzte Änderung: 22.02.2014

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